Buchrezension: The ONE Thing von Gary Keller

Der Tag hält für alle Menschen nur 24 Stunden bereit. Aber warum erreichen Einige in ihrer Zeit soviel mehr als andere? Wie ist es möglich, erfolgreich Prioritäten zu setzen und Ordnung ins tägliche Chaos zu bekommen? Die New-York-Times-Besteller-Autoren Gary Keller und Jay Papasan haben sich genau dieser Frage gewidmet und offenbaren in ihrem Buch The ONE Thing, wie es gelingt, Höchstleistungen zu erzielen. The ONE Thing (zu deutsche The One Thing: Die überraschend einfache Wahrheit über außergewöhnlichen Erfolg) ist ein Plädoyer für die radikaler Reduzierung aufs Wesentliche und hat den Anspruch, die Produktivität des Lesers auf das Niveau eines Highspeed-Bootes zu katapultieren. Die folgenden fünf Thesen werden vom Autor als wesentlich In Bezug auf die Erzielung von Erfolg angesehen.

1. Gleichheit ist ein Lüge

Viele Menschen haben eine Hass-Liebe mit To-Do-Listen. Denn Sie zwingen Sie uns oftmals Dinge zu tun, die uns lediglich das Gefühl geben, weiterzukommen. Überflieger denken anders. Sie priorisieren vorzeitig und konzentrieren sich auf die EINE Sache, die sie weiterbringt. Daher reicht es nicht nur die Dinge aufzuführen, sondern diese nach dem Pareto-Prinzip aufzuschlüsseln. Das Pareto-Prinzip besagt, dass 20% der Handlungen zu 80% der Resultate führen und von jenen 20% wiederum 4% der Handlungen für den Großteil des Erfolges maßgeblich sind. Genau diese Aktionen gilt es zu identifizieren und gnadenlos zu verfolgen. Nicht alle Aufgaben sind gleichrangig. Das Credo lautet daher: sei produktiv, nicht busy.

2. Multitasking ist eine Illusion

Würden Sie wollen, dass Ihr Chirurg während Ihrer Operation seine Whatsapp-Nachrichten überprüft? Wohl kaum. Denn Sie möchten, dass Ihr Gegenüber sich zu 100% auf Sie fokussiert. Multitasking ist eine Sache der Unmöglichkeit und sollte nicht erstrebt werden. Es führt zu schlechteren Entscheidungen und Stress. Es ist zwar richtig, dass sich Menschen auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren können. Doch unsere Aufmerksamkeit springt dabei vor und zurück und macht uns Fehleranfälliger. Wir haben nicht zu wenig Zeit für die Tätigkeiten, sondern können schlichtweg nicht dem Gefühl entrinnen, etwas zu tun, verfallen in blinden Aktionismus. Die Lösung dieses Problems liegt in einer simplen Frage: Warum sollte ich mich während der für mich wichtigsten Aufgabe ablenken lassen?

3. Disziplin wird überflüssig, wenn man das Richtige tut

Es ist ein großer Mythos, dass alle erfolgreiche Menschen durch reine Disziplin ans Ziel gekommen sind. Vielmehr kennen Sie Ihre Fähigkeiten und sich selbst. Wenn wir unseren Grund kennen, wissen wir wo wir langgehen müssen. Mittels der so genannten ‚Goal-Setting-to-the-now’, gelingt es herausfinden, welche Handlungen genau jetzt Sie für Ihre und ganze eigene Erfolgsgeschichte wichtig sind. Diese müssen Sie dann nur noch gnadenlos verfolgen – und am besten bereits am Morgen umsetzen, wenn Ihre Willenskraft noch am stärksten ist. Erfolg ist mehr eine Frage des Timings und der Suche nach der EINEN Sache, die Sie nach vorne bringt.

4. Work-Life-Balance ist eine Lüge

Viele Menschen träumen davon, finanziell frei zu sein und dabei möglichst wenig zu arbeiten. Doch ist diese Wunsch wirklich sinnvoll? Gerry Keller sieht die Lebenszufriedenheit als Pendel, das um seine Mitte schwenken muss und für eine Bewegung zeitweise jedes Extrem tangieren muss. Er nennt dies Counter-Balancing. Arbeitsintensive Zeiten müssen dann mit Zeiten großer Freiräume ausgeglichen werden. Mut zu temporären Extremen klingt wie ein Drahtseilakt. Doch genau dieser Drahtseilakt entscheidet langfristig über den Erfolg.

5. Think Big

Denken in Großen Dimensionen ist nichts Schlechtes. Denn außergewöhnliche Erfolge benötigen außergewöhnlich große Ziele. Statt seine Erwartungen runterzuschrauben und sich kleine, überschaubare Ziele zu setzen, müssen Sie Ihre Stecknadel auf den Gipfel des Mount Everest setzen – ohne zu wissen wie Sie dort hingelangen. Vielleicht haben Sie schon einmal ein gesetztes Ziel weitaus schneller und einfach erreicht, als Sie dachten. Warum ist das so? Weil wir unsere eigene Potentiale oftmals unterschätzen und uns von dem Ist-Zustand leiten lassen. Wir sollten uns nicht vor der Größe der Ziele fürchten, sondern vor Mittelmäßigkeit und Gewöhnlichkeit.

The ONE Thing gehört zweifelsohne zu den besten Büchern zum Thema Produktivität und liefert wertvolle Hinweise, die Sie in Ihr Leben integrieren können. Keller motiviert nicht nur, sondern schafft es auch unterhaltsam und stilsicher die wichtigsten Erfolgsprinzipien zu vermitteln. Dabei kommt er auch immer wieder auf seine persönliche Geschichte zurück, zeigt Schwächen und lässt einen an seinen persönlichen Zweifeln teilhaben. Dies macht diese nicht nur Unterhaltsam, sondern auch zutiefst human.

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